Ratgeber zur richtigen Handhygiene

Jeden Tag berühren unsere Hände unzählige Dinge: Das Handy, das Haustier, die Computertastatur, Türklinken, den Haltegriff in Bus und Bahn, die Spültaste der Toilette, Geld oder auch andere Hände beim „Guten-Tag-Sagen“. Bei jedem Kontakt mit den Gegenständen des Alltags oder auch unseren Mitmenschen lauern Bakterien und Viren, die Gefahr einer Ansteckung bieten. Die richtige Hand-Hygiene kann uns vor Krankheiten, wie z. B. Erkältung, Grippe, Magen-Darm-Infekt oder auch dem Corona-Virus schützen. Sie besteht aus zwei ineinandergreifenden Maßnahmen: Dem Händewaschen und der Handdesinfektion.

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Ratgeber zum richtigen Händewaschen

Warum ist Händewaschen so wichtig?

Keime lauern nahezu überall: Auf Oberflächen, im Staub, im (Ab-) Wasser, in der Luft, in Ecken, in Nischen und in Spalten. Selbst der Mensch ist eine Keimquelle: Auf der Haut, auf den Haaren, unter den Fingernägeln, beim Sprechen und Niesen sitzen potenzielle Krankheitserreger.

Händewaschen unterbricht den Übertragungsweg von Krankheitserregern. Somit ist diese alltägliche Prozedur die einfachste Lösung um Infektionen zu vermeiden. Denn über gemeinsam genutzte Gegenstände des Alltags oder das obligatorische Händeschütteln zur Begrüßung werden diese Erreger üblicherweise von Mensch zu Mensch weiteregegeben. Berührt man dann mit den eigenen Händen das Gesicht, können Keime, Bakterien und Viren über Mund, Augen oder Nase in den Körper eindringen und eine Krankheit auslösen.

Händewaschen verhindert das Übertragen von Krankheitserregern bei sich und anderen.

Wann sollte man sich die Hände waschen

Nach dem Toilettengang und während Krankheitswellen ist Händewaschen besonders wichtig. Doch wir sollten uns unsere Hände viel häufiger reinigen, als wir es im Alltag tatsächlich tun. Vor und nach folgenden Situationen ist ein Händewaschen ratsam:

Händewaschen nach…

  • dem Toilettengang
  • dem Naseputzen
  • nach Hause kommen
  • dem Husten in die eigene Hand
  • dem Reinigen und Versorgen von Wunden
  • dem Zubereiten von rohem Fleisch (insbesondere Huhn und anderen Geflügelarten)
  • dem Streicheln von Haustieren
  • dem Entsorgen von Abfall
  • dem Windelwechsel

Händewasche vor….

  • der Essenszubereitung
  • dem Versorgen von Wunden
  • dem Einsetzen von Kontaktlinsen in das Auge
  • dem Eincremen der Haut mit Pflegemitteln
  • der Einnahme von Medikamenten

    So wäscht man sich die Hände richtig

    Es reicht nicht, seine Hände einfach kurz unter den nassen Strahl zu halten. Gründliches Händewaschen ist im „Handumdrehen“ möglich, wenn man vier Schritten folgt.

    1. Mit Wasser vorwaschen: Benetzen Sie die Hände unter fließendem Wasser. Die Temperatur sollte so gewählt werden, dass sie angenehmen ist. Die Wassertemperatur nimmt keinen Einfluss auf die Reduzierung der Mikroorganismen.
    2. Mit Seife einreiben: Fügen Sie eine ausreichende Menge an Seife hinzu und reiben Sie ihre Hände 20 bis 30 Sekunden lang damit ein.Dabei sollten alle Oberflächen in die Reinigung eingeschlossen werden, einschließlich der Handgelenke, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Fingernägel.
    3. Mit Wasser nachspülen: Die Seifenreste sollten gut abgespült werden, um Schmutz, Bakterien, Viren und Keime zu entfernen.Verwenden Sie vor allem in öffentlichen Sanitärräumen zum Schließen des Wasserhahns den Ellenbogen oder ein Einweghandtuch.
    4. Abtrocknen: Zum Schluss gilt es die Hände mit einem sauberen Handtuch oder Einwegtüchern abzutrocknen.Auf öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause empfiehlt sich ein persönliches Handtuch.

    Tipp: Singen Sie zwei Mal das Lied „Happy Birthday“ während des Einreibens – das sind in etwa 30 Sekunden.Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen mit dazugehörigem Spender.

    Ratgeber zur richtigen Händedesinfektion

    Händewaschen ist das A und O, um Erkrankungen vorzubeugen. Doch eine optimale Handhygiene besteht idealerweise aus zwei Schritten.

    1. Händewaschen
    2. Händedesinfektion

    Das eine kann das andere nicht ersetzen. Händewaschen und Händedesinfektion sollten immer „Hand in Hand“ gehen. Das Waschen mit ausreichend Seife und Wasser beseitigt den sichtbaren Schmutz und viele Viren und Bakterien. Eine anschließende Händedesinfektion macht den unliebsamen Erregern endgültig den Garaus. Doch man sollte sich bewusst sein: Händedesinfektion entfernt keinen Schmutz, sie inaktiviert lediglich Krankheitserreger. Deshalb müssen Händewaschen und Händedesinfektion zusammen geschehen.

    Wann ist Hand-Desinfektionsmittel sinnvoll?

    In medizinischen Einrichtungen, wie z. B. Arztpraxen, Krankenhäusern, Kliniken, Pflegeeinrichtungen gehören Desinfektionsmittel zum Alltag. Im privaten Bereich reicht normalerweise ein überaus gründliches Händewaschen raus. In Einzelfällen kann der Einsatz von Desinfektionsmittel jedoch sehr sinnvoll sein

    • Während ausgedehnter Erkrankungswellen (wie z. B. Grippe-Saison und Corona)
    • Wenn in öffentlichen Sanitäranlagen kein Wasser oder keine Seife zur Verfügung steht
    • Wenn ein Familienmitglied oder Angehöriger an einer ansteckenden Infektion leidet, um die Infektionskette zu unterbrechen
    • Bei kranken und abwehrgeschwächten Menschen

    Wie wendet man Desinfektionsmittel richtig an?

    In medizinischen und pflegerischen Berufen wird das richtige Händedesinfizieren regelrecht gelehrt. Denn: Wird Desinfektionsmittel falsch angewendet, wird man erst recht zur „Keimschleuder“ und wiegt sich in falscher Sicherheit.

    Richtiges Händedesinfizieren funktioniert so:

    Wichtig: Trocknen Sie Ihre Hände, bevor Sie Desinfektionsmittel anwenden. Geben Sie eine ausreichende Menge des Mittels in Ihre Hand und verteilen Sie die Flüssigkeit nach dem folgenden 6-Schritt-Prinzip

    Schritt 1: Handfläche auf Handfläche.

    Schritt 2: Rechte Handfläche über linkem Handrücken und linke Handfläche über rechtem Handrücken.

    Schritt 3: Handfläche auf Handfläche mit verschränkten gespreizten Fingern.

    Schritt 4: Außenseite der Finger auf gegenüberliegende Handflächen mit verschränkten Fingern.

    Schritt 5: Kreisendes Reiben des linken Daumens in der geschlossenen rechten Handfläche und umgekehrt.

    Schritt 6: Kreisendes Reiben hin und her mit geschlossenen Fingerkuppen der rechten Hand in der linken Handfläche und umgekehrt.

    Schritt 7: Handgelenke einseifen.

    Pflege nach der Handhygiene

    Eine ausgiebige und regelmäßige Handhygiene beansprucht nicht nur Ihre Zeit, sondern oft auch Ihre Haut. Deshalb ist es ratsam, dass Sie Ihre Hände regelmäßig mit einer rückfettenden Handpflegecreme versorgen. Die darin enthaltenen Pflegestoffe sorgen dafür, dass die Schutzschicht der Haut aufrecht erhalten bleibt und Ihre Hände nicht trocken werden.

    Weitere Hygiene-Tipps

    Im Alltag kommen wir unbewusst mit allerlei Viren und Bakterien. Neben dem regelmäßigen und adäquaten Händewaschen und -desinfizieren gibt es weitere einfache Hygienemaßnahmen, die uns selbst und unsere Mitmenschen vor Infektionskrankheiten schützen.

    • Nicht ins Gesicht fassen

    In der Regel fasst sich ein Mensch ca. 3-5 Mal pro Minute unbewusst in das Gesicht. Über die empfindlichen Schleimhäute wie Auge, Nase und Mund können Krankheitserreger eindringen. Deshalb sollte darauf geachtet werden, so wenig wie möglich das Gesicht mit den Händen zu berühren.

    • Hust- und Niesetikette beachten

    Schnupfen und Husten sind unliebsame Begleiterscheinungen vieler Erkrankungen. Dabei werden über den Speichel und das Nasensekret viele Krankheitserreger versprüht und stellen ein Risiko für die Mitmenschen da. Deshalb sollten Sie ausreichend Abstand zu umstehenden Personen halten und möglichst in ein wegwerfbares Taschentuch niesen oder husten. Anschließend unbedingt Hände gründlich waschen.

    • Auf ein sauberes Zuhause Wert legen

    Um Schmierinfektionen zu vermeiden, sollten Sie unbedingt auf ein sauberes Zuhause achten. Reinigen Sie regelmäßig Oberflächen und Gegenstände, mit denen Sie in Kontakt kommen, mit einem Haushaltsreiniger. Handtücher und Bettwäsche sollten regelmäßig bei 60 Grad gewaschen werden.

    • Regelmäßig lüften

    Frische Luft lässt uns nicht nur durchatmen, sondern verringert auch die Zahl erregerhaltiger Bestandteile im Raumklima. Im Winter eignet sich besonders das sogenannte Stoßlüften. Dafür sollte mehrmals täglich für einige Minuten das Fenster weit geöffnet werden.