Ratgeber zur richtigen Händedesinfektion

Händewaschen ist das A und O, um Erkrankungen vorzubeugen. Doch eine optimale Hygiene besteht idealerweise aus zwei Schritten.

1. Händewaschen
2. Händedesinfektion

Das eine kann das andere nicht ersetzen. Das Waschen mit ausreichend Seife und Wasser beseitigt den sichtbaren Schmutz und viele Viren und Bakterien. Eine anschließende Händedesinfektion macht den unliebsamen Erregern endgültig den Garaus. Doch man sollte sich bewusst sein: Händedesinfektion entfernt keinen Schmutz, sie inaktiviert lediglich Krankheitserreger. Deshalb müssen Händewaschen und Händedesinfektion zusammen geschehen

1. Worin unterscheiden sich Desinfektionsmittel?
2. Wann ist Hand-Desinfektionsmittel sinnvoll?
3. Wie wendet man Desinfektionsmittel richtig an?
4. Die 7 Schritte der Handdesinfektion

Worin unterscheiden sich Desinfektionsmittel?

Hand-Desinfektionsmittel sind aus dem Handel kaum mehr wegzudenken – doch Desinfektionsmittel ist nicht gleich Desinfektionsmittel. Nicht jedes Hand-Desinfektionsmittel wirkt gegen jeden Krankheitserreger. Man klassifiziert Desinfektions-Produkte in unterschiedlichen Wirkungsspektren:

• Bakterizid: wirksam gegen Bakterien
• Fungizid: wirksam gegen Pilze
• Viruzid: wirksam gegen unbehüllte und behüllte Viren
• Begrenzt viruzid: wirksam gegen behüllte Viren, wie bspw. Grippe- oder Corona-Viren
• Begrenzt viruzid plus: wirksam gegen behüllte Viren sowie Adeno-, Noro- und Rotaviren

Aufgrund der Anforderungen an die Hautverträglichkeit, gibt es nur wenige Präparate, die eine „viruzide“ Wirksamkeit für sich beanspruchen. Für die alltägliche Handhygiene ist ein „begrenzt viruzides“ Desinfektionsmittel ausreichend. Dieses wirkt z. B. auch dem neuartigen Corona-Virus entgegen. Manchmal werden die Wirkbereiche auf dem Produkt nicht ausgewiesen. Verbraucher können sich dann am Ethanol-Gehalt orientieren um zu erfahren, ob das Hand-Desinfektionsmittel auch bestimmte Viren abtötet: Es sollte mindestens 60g Ethanol auf 100g Gel enthalten.

Wann ist Hand-Desinfektionsmittel sinnvoll?

In medizinischen Einrichtungen, wie z. B. Arztpraxen, Krankenhäusern, Kliniken, Pflegeeinrichtungen gehören Desinfektionsmittel zum Alltag. Im privaten Bereich reicht normalerweise ein überaus gründliches Händewaschen aus. In Einzelfällen kann der Einsatz von Desinfektionsmittel jedoch sehr sinnvoll sein:

• Während ausgedehnter Erkrankungswellen (wie z. B. Grippe-Saison und Corona)
• Wenn in öffentlichen Sanitäranlagen kein Wasser oder keine Seife zur Verfügung steht
• Wenn ein Familienmitglied oder Angehöriger an einer ansteckenden Infektion leidet, um die Infektionskette zu unterbrechen
• Bei kranken und abwehrgeschwächten Menschen

Wie wendet man Desinfektionsmittel richtig an?

In medizinischen und pflegerischen Berufen wird das richtige Händedesinfizieren regelrecht gelehrt. Denn: Wird Desinfektionsmittel falsch angewendet, wird man erst recht zur „Keimschleuder“ und wiegt sich in falscher Sicherheit. Wichtig ist, die empfohlene Einwirkzeit nicht zu unterschreiten und genug Produkt zu verwenden.

Die 7 Schritte der Handdesinfektion

Wichtig: Trocknen Sie Ihre Hände, bevor Sie Desinfektionsmittel anwenden. Geben Sie eine ausreichende Menge des Mittels in Ihre Hand und verteilen Sie die Flüssigkeit nach dem folgenden 7-Schritt-Prinzip

Schritt 1: Handfläche auf Handfläche.

Schritt 2: Rechte Handfläche über linkem Handrücken und linke Handfläche über rechtem Handrücken.

Schritt 3: Handfläche auf Handfläche mit verschränkten gespreizten Fingern.

Schritt 4: Außenseite der Finger auf gegenüberliegende Handflächen mit verschränkten Fingern.

Schritt 5: Kreisendes Reiben des linken Daumens in der geschlossenen rechten Handfläche und umgekehrt. Fingerspitzen nicht vergessen!

Schritt 6: Kreisendes Reiben hin und her mit geschlossenen Fingerkuppen der rechten Hand in der linken Handfläche und umgekehrt.

Schritt 7: Handgelenke einreiben.

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