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Emulsionstypen: Die passende Hautpflege – wie viel Fett braucht die Haut?

Bei der Zusammensetzung von Emulsionen gibt es hinsichtlich des Fettgehaltes weitverbreitete Irrtümer.  Aufgrund der medizinischen Erkenntnisse ist festzustellen, dass für die Behauptung, die Haut reagiere auf Einfettung mit „Faulheit“ und mit noch geringerer Fettproduktion, jeglicher Beweis fehlt.  Hingegen spielt die Wahl der Fette, welche in der Hautpflege angewendet werden, eine entscheidende Rolle: Essentielle Fettsäuren, wie zum Beispiel Gamma-Linolensäuren, ermöglichen nicht nur eine kurzzeitige Fettung der Haut, sondern gleichzeitig auch eine Regenerierung der gestörten Hornschichtstruktur.

Berücksichtigt werden sollte, dass nicht nur bei Neurodermitis, sondern bei der Behandlung jeder Hautkrankheit und der Hautpflege im Allgemeinen ein wesentlicher Anteil des Behandlungserfolges von der richtigen Auswahl des Cremetyps abhängt.

 

Dies geschieht nach bewährten Regeln, die vereinfacht aussagen:

  • Je stärker das „Feuer“ der Entzündungen umso mehr Wasser, aber umso weniger Fett darf aufgetragen werden. Sie würden ja auch nicht versuchen, Feuer mit Fett zu löschen.
    Bei Entzündungen und im Sommer sollten somit vorzugsweise Öl-in-Wasser-Emulsionen zur Anwendung kommen, da sie kühlend wirken, schnell einziehen und Wundsekrete oder Schweiß nicht stauen. Derartige Emulsionen werden auch als Ö/W-Cremes, Hydrocremes, Feuchtigkeitscremes oder Lotionen bezeichnet und besitzen im Allgemeinen einen Fettgehalt zwischen 10 – 40 Prozent. Aufgrund ihres Emulsionstyps verbinden sie sich auch nach dem Baden oder Duschen mit der noch feuchten Haut. Sie ziehen schnell in die Haut ein und lassen sich wegen ihrer hohen Geschmeidigkeit leicht verteilen.
  • Je trockner die Haut umso mehr Fett wird benötigt.
    Bei spröder, juckender Haut sowie im Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit durch Frost stark abnimmt und dadurch die Haut verstärkt austrocknet, sollten deshalb vorzugsweise Wasser-in-Öl-Emulsionen angewendet werden. Diese Emulsionen, die auch als W/Ö-Cremes, Fettcremes, Fettsalben oder Salben bezeichnet werden, haben einen hohen Fettgehalt (meistens über 30 Prozent) und bilden einen Schutzfilm um die Hornzellen der Haut. Dieser hält Wasser in der Haut zurück, wodurch sich die Sprödigkeit der Haut und der Juckreiz verringern. Empfehlen Sie Neurodermitikern deshalb, ihrer Haut insbesondere auch in den schubfreien Zeiten genügend Fett zuzuführen. Durch diese Maßnahme wird der Juckreiz so gering wie möglich gehalten und das Risiko, die Juck-Kratz-Spirale wieder in Gang zu setzen, wird minimiert. Dabei ist es besser, die Haut mehrmals am Tag einzucremen als einmal mit einer dicken Schicht. Die Haut kann nämlich nur eine begrenzte Menge an Fett aufnehmen – der Überschuss verbleibt ungenutzt in der Kleidung.
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